Nicht immer gibt es Menschen, die es schaffen einen Radiosender im eigenen Land aufzubauen. In Simbabwe wäre so etwas undenkbar. Die Medien werden in jeglicher Form streng vom Staat kontrolliert. Unabhängige Informationen kommen höchstens aus dem Ausland.
Auch Gerry Jackson musste mit ihrem Radiosender nach Großbritannien flüchten. 1997 wurde sie aus dem staatlichen Radiosender geworfen, weil sie Informationen über Unruhen im Land an Anrufer weitergab. Drei Jahre später versuchte sie ihre eigene Sendestation aufzumachen, doch schon nach den Probeläufen wurde ihr die Erlaubnis dafür wieder entzogen.
Jackson gab nicht auf, ging nach Großbritannien und gründetet SW Radio Africa. Bis heute ist dieser Sender die einzige Möglichkeit in Simbabwe unabhängiges Radio zuhören und Jackson ist sich ihrer Verantwortung bewusst:
“A Zimbabwean radio station is not like the BBC that has to be very balanced. You have to be all things to all people and you have to guide people wisely as well, because there isn’t much option or choice for people.” (Jackson auf Journalism.co.uk)
Das 8-köpfige Team berichtet täglich zwei Stunden lang über News und Alltägliches (hier ein Beispiel zum Thema Stromausfälle) in Simbabwe. Hörer können auch direkt Kontakt zum Sender aufnehmen und ihre Geschichten erzählen. Zwar trauen sich wenige ihre richtigen Namen zu nennen, aber Anrufe und Berichte gibt es genug und die Menschen scheinen froh zu sein, ihre Probleme mitteilen zu könne. Davon gibt es mehr als genug, denn die Situation im Land ist wirklich schlecht, nicht nur, was die Pressefreiheit angeht. Jackson berichtet darüber in einem Vortrag für den Guardian, ein Mitarbeiter von SW Radio Africa am Beispiel der Cholera-Epidemie 2008 auf CNN.
Immer wieder hat der Radiosender mit Problemen zu kämpfen. 2005 versuchte die Regierung von Simbabwe das Signal zu stören und man musste mehrere verschiedene Sendefrequenzen nutzten, um weiter gehört zu werden. Das ist teuer und der Sender kann sich nur durch Spenden finanzieren. Die Sendezeit musste deshalb schon von 3 auf 2 Stunden gekürzt werden.
Trotzdem gibt SW Radio Africa nicht auf. Mithilfe des Internets wird jetzt versucht, noch mehr Menschen zu erreichen. Auf der Homepage kann man live mithören oder im Archiv Podcasts der Sendungen abrufen. Auch Twitter, Facebook und RSS sind schon integriert. Das soll vor allem Auswanderer aus Simbabwe ansprechen, denn im Land selbst gibt es nur begrenzten Internetzugang.
Die Menschen dort erreicht man besser über’s Handy. Jeden zweiten Tag werden die Schlagzeilen per SMS an ca. 30.000 Menschen geschickt, die dieses Service abonniert haben. Auf diesem Weg kommen auch Reaktionen und damit Informationen zurück, die in den nächsten Sendungen weiterverwendet werden können.
Egal wie aussichtslos die Situation in Simbabwe aussieht, Jackson steht voll und ganz hinter SW Radio Africa:
“There is going to be no quick media fix in Zimbabwe. But what you want to do is broadcast a little hope.”
… und Hoffnung kann ja bekanntlich vieles bewirken.