Während man an Deutschland anscheinend nicht einmal großartig viel an finanziellen Voraussetzungen braucht, um einen eigenen Radiosender aufzubauen, sieht die Situation in Malawi (Afrika) schon ein bisschen anders aus.
Als Beispiel gibt es hier die Geschichte von Gabriel Kondesi. Vor drei Jahren hat der damals 18-jährige eigenhändig eine Hütte zusammengebastelt, in der er seine Radiosendung “Pachikweza” produziert. Gearbeitet wird mit einfachen Geräten, die Stromversorgung lauf über Autobatterie, denn ein Anschluss zum Stromnetz ist im Dorf nicht vorhanden. Deshalb muss Kondesi auch immer wieder mal zum nächsten Friseur gehen, um die Batterie und auch sein Handy, das die einzige Möglichkeit ist, mit den Zuhörern zu kommunizieren, neu aufzuladen.
Klingt zwar ein bisschen kompliziert, ist aber noch nicht alles, was der Mann gemacht hat, um seinen Sender am Laufen zu halten. Am 14. Oktober wurde er dafür verhaftet, ohne Lizenz gesendet zu haben. Er wurde vor die Wahl gestellt MK 50,000.000 zu zahlen (ca. 235 Euro, was in Malawi ziemlich viel Geld ist) oder für 10-monatigen im Gefängnis zu bleiben. Alleine hätte er das nie bezahlen können, doch seine Hörer haben geholfen, das Geld aufzutreiben. Seitdem gibt es sogar eine eigene Facebook-Gruppe zur Unterstützung des Senders. Gerade weil ihm seine Fans sosehr geholfen haben, will Kondesi mit seinem Team aus freiwilligen Helfern auch in Zukunft unbedingt weiter senden.
Die kleine Radiostation ist inzwischen Teil der Macra, einer Dachorganisation, die das Geld für eine Renovierung zur Verfügung stellen. Mehr zu Kondesis Geschichte gibt’s hier.