Erster Halt: Kuba

10 11 2009

Nahezu überall auf der Welt hat man Zugang zum Internet und könnte sich einen Blog wie diesen anlegen, um die eigene Meinung im in Internet zu veröffentlichen. Theoretisch ist das dank Globalisierung wirklich möglich. In manchen Ländern hat eine zu kritische Berichterstattung allerdings Folgen:

Einträge über das tägliche Leben zu schreiben und ins Web zu stellen, kann anscheinend auch ganz schön gefährlich werden. Letzten Freitag bekam das eine kubanische Bloggerin zu spüren. Yaoni Sánchez ist wahrscheinlich die berühmteste Nutzerin von Sozial Media Networks in ganz Kuba. In ihrem Blog schreibt sie über die Probleme der Bevölkerung und kritisiert die Regierung des Landes und erhielt dafür sogar schon einige Preise.
Als sie am Freitag mit Freunden an einer Demonstration gegen Gewaltanwendung teilnehmen wollte, wurden sie und zwei weiter Blogger laut eigener Aussage von den kubanischen Sicherheitsbeamten festgenommen, geschlagen und nach einer halben Stunde wieder freigelassen.
Die Begründung für die Festname war, dass Yaoni eine Konterrevolutionäre sei und die nationale Sicherheit gefährden würde.

Yaoni war mit Orlando Luis Pardo, seiner Freundin und Claudia Cadelo auf dem Weg zu einer Demonstration war, wurden sie von Beamten in Zivil (Polizisten in Kuba tragen selten Uniformen) aufgefordert in ein Auto zu steigen. Als sich die drei wohl bekanntesten Blogger der Insel weigerten ins Auto zu steigen und nach einem Haftbefehl fragen, wendeten die Sicherheitsbeamten Gewalt an. Yaoni erzählt in einem CNN-Bericht, wie sie ins Auto gezerrt, geschlagen und bedroht wurde.

Fälle wie dieser sind in Kuba gar nicht so selten. Das Mediensystem der Insel wird weitgehend vom Staat kontrolliert. Welche Inhalte gesendet werden und wie die Themen von Journalisten aufbereitet werden müssen bestimmt Staatschef Raúl Castro meist sogar höchstpersönlich. Alle Sendungen und Artikel müssen vor der Veröffentlichung kontrolliert werden. Da ausländische Sender nicht ausgestrahlt werden dürfen, bleibt den Kubanern nur, die zensierten regionalen Radio- und Fernsehprogramme zu konsumieren. Sogar der Internetzugang ist streng geregelt. Die meisten Menschen haben überhaupt keinen. Auch Yaoni posted ihre Beiträge von einem Internetcafé aus, weil ein schneller privater Internetzugang fehlt.
Sogar die im Web publizierten Inhalte werden von Staat kontrolliert. Es gibt sogar angestellte Blogger, die für die Regierung Beiträge ins Netz stellen. Kritische Seiten waren lange Zeit verboten.

“Unabhängige Journalisten werden auf verschiedene Weise verfolgt und unter Druck gesetzt einschließlich der Anwendung des Gesetzes zum Schutze der Nationalen Unabhängigkeit, auch “Knebelgesetz” genannt.”

…heißt es dazu noch, in einem Bericht über eine Pressekonferenz von 2006.
Seit Ende 2007 hat sich die Situation leicht verbessert. Öffentliche Diskussionen der Probleme in der Bevölkerung werden zumindest weitgehend geduldet. Zumindest solange sich die Regierung nicht durch beginnende Demonstrationen und organisierte Gruppen gefährdet sieht und der Internetzugang eingeschränkt bleibt.








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